Im Workshop lernen Sie multimodale und mobile Methoden der Sprachförderung mit besonderem Fokus auf Familiensprachen kennen. Sie erhalten die Möglichkeit, Ansätze der Mehrsprachigkeitsdidaktik wie Linguistic Landscape, Lifescape sowie den Soundwalk kennenzulernen, zu erleben und praktisch zu erproben.
Die Linguistic Landscape (LL), auch als «sprachliche» Landschaft“ bezeichnet, ist ein dynamisch wachsendes Forschungsfeld der Soziolinguistik. Sie untersucht sicht- und wahrnehmbare Zeichen (z. B. Schrift, Bilder, Klänge oder Objekte) im öffentlichen Raum. Die Analyse der Linguistic Landscape ermöglicht vertiefte Einblicke in den Sprachgebrauch, in Migrations- und Familiensprachen, in Sprachenprestige sowie in sprachpolitische Prozesse auf regionaler, lokaler oder familiärer Ebene. Dabei rücken neben den Zeichen selbst auch deren soziokulturelle Kontexte in den Fokus.

Während die Linguistic Landscape in der Soziolinguistik bereits umfassend erforscht ist, wird ihr Potenzial für den Sprachunterricht bislang noch nicht vollständig ausgeschöpft. Wie können die Familiensprachen der Schüler*innen als Ressource im Unterricht genutzt werden? In welcher Weise lässt sich die Linguistic Landscape didaktisch sinnvoll in den Sprachunterricht integrieren? Diese zentralen Fragestellungen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Im Rahmen des Workshops nehmen die Teilnehmenden an einer Walking Tour durch die Stadt teil und erkunden dabei die sprachliche Landschaft von Luzern. Darüber hinaus werden multimodale und mobile Methoden erprobt, die ein ganzheitliches sprachliches Lernen unterstützen. Die Veranstaltung zeigt auf, wie Ansätze der Linguistic Landscape sowohl als Bildungsinhalt als auch als Bestandteil einer Mehrsprachigkeitsdidaktik an Bedeutung gewinnen können.

Vorbereitung
Bitte fotografieren Sie im Vorfeld 3 bis 4 Sprachen oder Gegenstände aus Ihrer privaten Umgebung, die Ihre sprachliche Identität widerspiegeln, und bringen Sie diese Fotos in elektronischer Form mit.

Literatur
Badstübner-Kizik, C. and Janíková, V . (2018). «Linguistic Landscape» und Fremdsprachendidaktik. Perspektiven für die Sprach-, Kultur- und Literaturdidaktik. Berlin: Peter Lang.
Blommaert, J. (2013). Ethnography, Superdiversity and Linguistic Landscapes. Chronicles of Complexity. Bristol: Multilingual Matters.
Krompák, E. (2018). Exploration der urbanen semiotischen Landschaft. The benefits of linguistic landscape in language learning. Grundschulmagazin Englisch, 37–38.
Krompák, E. (2018). Linguistic Landscape im Unterricht. Das didaktische Potenzial eines soziolinguistischen Forschungsfelds. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 36(2), 246–261.
Krompák, E. (2021). Social Justice durch die Erforschung von Linguistic Landscape. Babylonia Journal of Language Education, 1, 30–39.
Scarvaglieri, C. & Salem, T. F. (2015). “Educational Landscaping”: Ein Beitrag zur Entwicklung von Bewusstheit über Sprache und Kommunikation. Zeitschrift fu¨r Angewandte L
Z2
Z3
DaZ
Bemerkungen: Anmeldungen werden nach Eingangsdatum berücksichtigt.
Kursleitung: Edina Krompák, Leiterin des Instituts für Fachdidaktik der Sprache
Kursdauer: 6.00 Std.
Kursregion: Luzern
Organisator: PH Luzern
Subv. Tn-Beitrag: CHF 60.00
Kurskosten: CHF 138.00
Daten:
Mi16.09.202614:00-17:00
Mi23.09.202614:00-17:00
Ausschreibung als PDF